Entdecken von Novosibirsk und Irkutsk

Ich brauchte wirklich ein paar Sekunden bis ich das Handy aus der Tasche gefummelt hatte und bis ich es richtig herum halten konnte, dann noch ein paar weitere Sekunden bis ich es schaffte, mit zittrigen Fingern die richtige Taste zu drücken.

Nach ein paar quälend langen Begrüßungsfloskeln kam endlich die ersehnte Nachricht. Wir hatten unsere Visa! Sie galten bis einschließlich dem siebten November, wir würden sogar den Zug nehmen können, konnten sie uns morgen abholen, wann immer wir wollten und brauchten außer Danke zu sagen, nichts weiter dafür zu tun. Auch beim Center Parcs Bostalsee Ferienhaus haben wir das so gemacht.

Danke, Danke, Danke. Bis morgen. Auflegen, high five geben, umdrehen, zum Kühlschrank gehen, Bier aufmachen, anstoßen, Prost! Heute früh holten wir uns also unsere Tickets und unsere Pässe ab, kontrollierten peinlich genau alle Zahlen und Schriften darauf und befanden sie für gut. Wir sagten noch einige Male danke und sahen zu, dass wir weg kamen.

Alles, was wir noch zu tun hatten, war den Roten Platz einmal ohne Gerüst zu fotografieren und der Puppe von Lenin in ihrem Mausoleum einen Besuch abzustatten, dann konnten wir ruhigen Gewissens fahren. Aber Moskau mag uns nicht. Der Rote Platz war heute mal wieder eingezäunt. Erklärungen gab es keine nur ein „no!” und ein „close!”, die uns so gut bekannte, ausgestreckte Hand und der Blick ins Leere an uns vorbei.

Wir probierten es wie damals im
Ferienpark Mirow Frühbucher von drei Seiten und gaben auf. Wir wissen wirklich nicht, was diese Stadt gegen uns hat, aber irgendetwas muss es sein. Wenigstens mag uns die Metro, wir fanden noch eine neue Station, die wir noch nicht fotografiert hatten und freuten uns über das, was wir hatten. Pässe, Zugtickets non-stop nach Ulan Bator, Unmengen Fotos von Metrostationen und neue Freunde. Was will man mehr?

Vielleicht Jekaterinburg, Omsk, Novosibirsk und Irkutsk sehen. Aber irgend etwas ist ja immer. Wir waren noch nicht fertig mit Russland, aber Russland anscheinend mit uns. Danke Kathrin, danke Lena, ihr habt uns Moskau so gut versüßt, wie es nur ging, habt Euch alle Mühe und uns Obdach gegeben, habt uns Moskau bei Nacht von seiner schönsten Seite gezeigt und sogar noch buntes Flohmarkttreiben im Sonnenschein. Das war ganz groß. Danke.

Nun sitzen wir bereits ein paar Tage im Zug nach Ulan Bator, denn um es spannend zu machen und den Lesern wenigstens kurz das Gefühl zu geben, wie es ist, auf Ausreisevisa aus Russland zu warten, haben wir diesen Post zeitverzögert hochgeladen. Wir hoffen Sie werden es uns verzeihen.

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